Workshop I

Film „Vater, Mutter, Spenderkind“ von Maria Arlamovsky
Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion GmbH
A2017, 52min., englische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Zum Inhalt: Kinderlosigkeit ist zu Beginn des 21. Jahrhunderts kein unabwendbares Schicksal mehr: Wer sich heute genetisch bedingt nicht fortpflanzen kann, hat dank moderner medizinischer Verfahren die Möglichkeit, auf Samenspenden, Eizellspenden oder sogar fremde Embryonen zurückzugreifen. Der Einsatz dieser Techniken ist in Industrieländern längst Standard und gleichzeitig immer noch ein Tabu und wird daher oft nicht einmal im familiären Umfeld wahrgenommen oder kommuniziert.
Doch was bedeutet diese Form des Familienglücks für die durch Reproduktionsmedizin gezeugten Kinder? Wie geht es ihnen, wenn sie erfahren, dass sie genetisch gesehen die Kinder anderer Eltern sind? Welche Möglichkeiten haben sie, Kontakt mit ihren Spendern aufzunehmen?
In den meisten Ländern werden Spenden anonym gehandhabt, und das Bewusstsein für die Wichtigkeit, die eigenen Wurzeln verstehen zu können, ist gerade erst im Entstehen.
„Vater, Mutter, Spenderkind“ widmet sich den Kindern einer neuen Generation, die im Gegensatz zu ihren Eltern die Frage nach ihrer Herkunft oftmals nicht wirklich beantworten können.

„There is nothing to hide!“ – Psychodynamik der assistierten Reproduktion unter Einbeziehung von Fremdgameten
Karin J. Lebersorger
Impulsreferat und Diskussionsleitung zum Film „Vater, Mutter, Spenderkind“ von Maria Arlamovsky

Medizinisch assistierte Reproduktion mit Fremdgameten stellt besondere Herausforderungen an alle Beteiligten: Seitens der BehandlerInnen besteht die ethisch-fachliche Herausforderung darin, Methoden zu empfehlen und anzuwenden, die dem Wohl des Kindes dienen und kinder- und menschenrechtskonform sind.
Die Familien stehen vor komplexen emotionalen und integrativen Herausforderungen. Es gilt, multiple Elternschaft – genetisch, gestational, sozial – positiv zu besetzen und nicht als Bedrohung zu erleben, sowie ein Narrativ für die Entstehung des Kindes zu finden und in die Familiengeschichte zu integrieren. Anonymität und Heimlichkeit belasten die Eltern-Kind-Beziehungen und erschweren eine sichere Identitätsbildung des Kindes.
Psychologisch-psychotherapeutische Beratung, Transparenz bezüglich der SpenderInnen und ein zentrales Spendenregister sind für die psychische Gesundheit der Kinder unerlässlich.

Workshop II

Hass und sexualisierte Gewalt im Netz – zwischen Schikane und Chancen
N.N.

Hass im Netz trifft die Politikerin genauso wie die Sportreporterin, die ein Fußballmatch kommentiert, die Schülerin oder die Nachbarin von nebenan. Meist ist es eine besondere Art von Hass, mit der diese Frauen konfrontiert sind: Die sexualisierte Gewalt. Frauen werden auf ihren Körper reduziert und bedroht – nicht zuletzt mit dem Ziel, dass sie sich schämen, sich alleine fühlen, sich zurückziehen und aufhören, öffentlich ihre Meinung zu sagen. Das Internet als Raum, in dem gesellschaftliche Konflikte ausgetragen werden, ist aber keineswegs nur ein Ort voller Gefahren – digitale Zivilcourage und innovative Technologien machen das Netz zu einem Ort der Chancen, um gemeinsam für Chancengleichheit, ein respektvolles Miteinander sowie soziale und ökonomische Fairness zu kämpfen. An Hand der Kampagne #solidaritystorm werden Handlungsstrategien gegen Hass im Netz aufgezeigt und Perspektiven erarbeitet, wie weibliche Akteurinnen das Netz für ihre Anliegen nutzen können.